Umsatzsteuer-Sonderprüfung (Teil 2 von 5)

Deine Vorbereitung: So bereitest du dich gezielt auf die Prüfung vor und vermeidest unnötige Nachzahlungen

Eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung kann überraschend kommen und schnell zu unangenehmen Nachzahlungen oder Verzögerungen führen. Im 2. Teil unserer Serie „Umsatzsteuer-Sonderprüfung“ liest du, welche Prüfungspunkte am häufigsten kontrolliert werden und wie du dich optimal vorbereitest. Du lernst, welche Unterlagen unbedingt griffbereit sein sollten, wie du Fristen und Prüftermine souverän managst und welche Rechte du gegenüber dem Prüfer hast. Außerdem wird erklärt, wie du Vorsteuerkorrekturen richtig handhabst und typische Fehler vermeidest. Wer diese Hinweise kennt, kann Prüfungen stressfrei meistern, Zeit sparen und unnötige Kosten oder Zinsforderungen vermeiden.

Jörg Wilde

07.04.2026 · 3 Min Lesezeit

Das sind die häufigsten Prüfungspunkte: So bereitest du dich richtig vor

Lies auch die anderen Teile unserer Serie



Teil 1: Wie du dich bei einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung richtig verhältst

Teil 3: Rechte und Pflichten während der Prüfung: Nutze deine Ansprüche gezielt, um Prüfungsfehler frühzeitig zu erkennen

Teil 4: Die Schlussbesprechung: So nutzt du sie zu deinem Vorteil

Teil 5: So gehst du mit einer Umsatzsteuer-Nachschau um

Diese kurze Zeit ist ein Vorteil für dich, denn der Prüfer muss sich ranhalten, wenn er seine Quote erfüllen will. Auch er steht nämlich unter einem Leistungsdruck. Damit du mit dem Tempo des Prüfers mithalten kannst, solltest du deine Buchhaltungsunterlagen immer sortiert halten. Achte akribisch darauf, dass du immer im Besitz aller notwendigen Nachweise bist (z. B. des Ausgangsvermerks bei Ausfuhren oder der Gelangensbestätigungen bei innergemeinschaftlichen Lieferungen). Hefte die notwenigen Nachweise immer zu der entsprechenden Rechnung. Du musst dann nicht lange danach suchen. Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete.

Liste der häufigsten Prüfungspunkte und Handlungshinweise zur eigenen Vorbereitung vor Prüfungsbeginn
PrüfungspunktHandlungshinweis: Prüfe …
Vollständigkeit der Kasseneinnahmen1. … ob an allen Öffnungstagen auch Erlöse gebucht worden sind.

2. … ob Tagesendsalden negativ sind. Falls ja, suche nach der Ursache.
Eigenverbrauch bei Pkw-Nutzung… ob du die Eigenverbrauchsversteuerung für alle betrieblich und privat genutzten Pkw vorgenommen hast.
Vorsteueraufteilung bei gemischt genutzten Gebäuden… ggf. nochmals den von dir ermittelten Aufteilungsschlüssel. Prüfe auch, ob sich ggf. Veränderungen (z. B. durch andere Nutzung) ergeben haben.
Lückenanalyse bei den Ausgangsrechnungen… ob alle deine Ausgangsrechnungen tatsächlich auch verbucht wurden.
Innergemeinschaftliche Lieferungen (IG)… ob bei allen IG-Kunden auch die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gebucht wurde. Gleiche nochmals deine Zusammenfassende Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern mit deinen gebuchten IG-Umsätzen ab.
Innergemeinschaftlicher Erwerb… ob die Summe der Umsatzsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb mit der Summe der Vorsteuer aus innergemeinschaftlichem Erwerb übereinstimmt. Kläre die Differenzen im Vorfeld auf.
Anwendung des § 13b Umsatzsteuergesetz… ob – wenn du Leistungsempfänger von Leistungen nach § 13b Umsatzsteuergesetz bist – die Summe der Umsatzsteuer aus § 13b Umsatzsteuergesetz mit der Summe der Vorsteuer aus § 13b Umsatzsteuergesetz übereinstimmt. Kläre die Differenzen im Vorfeld auf.

… ob – wenn du Bauleister bist und deine Leistungen an deine Kunden nach § 13b Umsatzsteuergesetz abgerechnet hast – du im Besitz der Freistellungsbescheinigungen deiner Kunden bist. Falls nicht, fordere diese noch dort an.

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